Typographic Pollution
Unlängst, als ich in der S-Bahn zum blauen Kringel saß, ist es mir aufgefallen:
Auf jedem Dings steht was.
Jedes Dings braucht einen Namen.
Jedes Dings eine Marke.
Signalfernsprecher. Billa. Traisengasse. Das Dorf. CAT. Ö-Norm. Dr. Oetker. Nike. DYWIDAG. Wiener Linien. Im Auto nie ohne Freisprecheinrichtung. Notbremse. Installateurzentrum. Fender. HOLZ-STEINER. Die Stadt gehört dir. ELIN-EBG. Bitte sich festzuhalten. 0800 100 500. D&G. Bei Zugluft ist dieses Fenster zu schließen. Betreten verboten. Bitte rechts stehen. MERC London. 1. 4. Selecta. Kraftkammerpizza. Interspar. Bau-Mit. Anker. Kurzzugende. 56. GL1 13. Ferry Ebert. Stammersdorf. Info. Speck. Trtilek. Elektro Pölz. Schmuckdiskont. ONE.
Meistens ist mir das ja ziemlich wurscht. Manchesmal möcht ich aber auch einfach nix lesen. Keinen "Input" bekommen. Einfach abschalten und trotzdem die Augen offen lassen. Nicht künstlich sinnbefüllte Werbebotschaften oder normgerechte Beschriftungen beliebiger grauer Kastln in mich aufnehmen und dann auch noch in meinen Gedanken wiederfinden.
Angesichts dieses Beschriftungswahns find ich es nur logisch, dass große, unbeschriftete Flächen früher oder später von Sprayern mehr oder weniger begabt vertextet werden.
Who knows, wenn ich damit aufgewachsen wär, vielleicht würd ich Dinge ohne Label auch nicht aushalten.
Vielleicht würd ich bei dem Gedanken an ein einfärbiges Leiberl ohne Logo, Marke, Tribal oder Sinspruch weinend in die Knie gehen und die nächste NewYorker-Filiale um Gnade und Erlösung anbeten.
Möglicherweise wär ich mit dem Blick in die unbeschriftete Natur so überfordert, dass ich am Schulwandertag gleich meine PSP konsultieren müsst.
Wahrscheinlich würd ich mir ein Logo mit Botschaft für mich selbst ausdenken und mir auf die Stirn tätowieren lassen,
um von meiner Pimkie-Tanktop-Fake-D&G-Taschen-Blonde-Strähnchen-Girlie-Freundin hie und da mal angeschaut zu werden.
Ich glaub ich werd das nächste Mal in der S-Bahn einfach auch mal die Augen zu machen oder meinen Blick auf den Grünstreifen neben den Gleisen fixieren und hoffen, dass mir nicht eine aus dem Fenster geworfene Ottakringer-Dose ins Aug springt.
Dann brauch ich den typographischen Sondermüll nicht hier zu entsorgen...
Auf jedem Dings steht was.
Jedes Dings braucht einen Namen.
Jedes Dings eine Marke.
Signalfernsprecher. Billa. Traisengasse. Das Dorf. CAT. Ö-Norm. Dr. Oetker. Nike. DYWIDAG. Wiener Linien. Im Auto nie ohne Freisprecheinrichtung. Notbremse. Installateurzentrum. Fender. HOLZ-STEINER. Die Stadt gehört dir. ELIN-EBG. Bitte sich festzuhalten. 0800 100 500. D&G. Bei Zugluft ist dieses Fenster zu schließen. Betreten verboten. Bitte rechts stehen. MERC London. 1. 4. Selecta. Kraftkammerpizza. Interspar. Bau-Mit. Anker. Kurzzugende. 56. GL1 13. Ferry Ebert. Stammersdorf. Info. Speck. Trtilek. Elektro Pölz. Schmuckdiskont. ONE.
Meistens ist mir das ja ziemlich wurscht. Manchesmal möcht ich aber auch einfach nix lesen. Keinen "Input" bekommen. Einfach abschalten und trotzdem die Augen offen lassen. Nicht künstlich sinnbefüllte Werbebotschaften oder normgerechte Beschriftungen beliebiger grauer Kastln in mich aufnehmen und dann auch noch in meinen Gedanken wiederfinden.
Angesichts dieses Beschriftungswahns find ich es nur logisch, dass große, unbeschriftete Flächen früher oder später von Sprayern mehr oder weniger begabt vertextet werden.
Who knows, wenn ich damit aufgewachsen wär, vielleicht würd ich Dinge ohne Label auch nicht aushalten.
Vielleicht würd ich bei dem Gedanken an ein einfärbiges Leiberl ohne Logo, Marke, Tribal oder Sinspruch weinend in die Knie gehen und die nächste NewYorker-Filiale um Gnade und Erlösung anbeten.
Möglicherweise wär ich mit dem Blick in die unbeschriftete Natur so überfordert, dass ich am Schulwandertag gleich meine PSP konsultieren müsst.
Wahrscheinlich würd ich mir ein Logo mit Botschaft für mich selbst ausdenken und mir auf die Stirn tätowieren lassen,
um von meiner Pimkie-Tanktop-Fake-D&G-Taschen-Blonde-Strähnchen-Girlie-Freundin hie und da mal angeschaut zu werden.
Ich glaub ich werd das nächste Mal in der S-Bahn einfach auch mal die Augen zu machen oder meinen Blick auf den Grünstreifen neben den Gleisen fixieren und hoffen, dass mir nicht eine aus dem Fenster geworfene Ottakringer-Dose ins Aug springt.
Dann brauch ich den typographischen Sondermüll nicht hier zu entsorgen...
Stivolino - 11. Dez, 16:59
ehe ich dein seltenes bloggen bemäkle, noch kurz die frage, was im schulwandertäglichen zusammenhang denn die PSP ist (PaintShop Pro wirds ja eher ned sein)?
davon abgesehen schreibst du zu selten was in dein blog.
das ist jetzt KEINESFALLS als embedded command zu lesen, gell! :)
Es gibt "sie" auf Europaletten aufgestapelt in Elektroniktempeln zu kaufen.
Und auffallend viele Jugendliche in den Regionalzügen nach WRN besitzen eine.
Jetzt kennst dich aber aus, oder?
Und: Ich weiß eh ;o)
na jetz is mir völlig klaro - da hab ich wohl assoziativ versagt *g*